GEFÖRDERT DURCH

Netzwerk pflegend Beschäftigte

Wenn Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen zu pflegenden Angehörigen werden

Rund 4,2 Millionen Menschen in Deutschland werden von Angehörigen gepflegt und versorgt. Etwa zwei Drittel dieser pflegenden Angehörigen sind im erwerbsfähigen Alter. Die Zeit, die sie für die Pflege ihres Partners oder ihrer Eltern aufwenden, kommt dem eines Vollzeit-Jobs nahe oder übersteigt ihn sogar.

Doch immer weniger von ihnen können es sich „leisten“, zugunsten der Pflege eines Angehörigen auf eine Berufstätigkeit zu verzichten. Job und Pflege miteinander zu vereinbaren, stellt diese „pflegend Beschäftigten“ und damit auch die Unternehmen, in denen sie beschäftigt sind, vor besondere Herausforderungen: Nicht selten fehlen durch die doppelte Belastung pflegend Beschäftigte häufiger im Job und sind beruflich weniger zufrieden und belastbar. Gerade kleine und mittlere Unternehmen kann dies in Zeiten des Fachkräftemangels vor scheinbar unüberbrückbare Probleme stellen.

Um Unternehmen und ihre pflegend Beschäftigten dabei zu unterstützen, Pflege und Berufstätigkeit besser miteinander zu vereinbaren, hat die Konkret Consult Ruhr GmbH (KCR) gemeinsam mit der Sozial-Holding Mönchengladbach und begleitet von der IHK Mittlerer Niederrhein Anfang 2013 das Projekt „Netzwerk pflegend Beschäftigte – Wenn Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen zu pflegenden Angehörigen werden“ gestartet. Es wendet sich insbesondere an kleine und mittlere Unternehmen in Mönchengladbach und Umgebung und wird durch das Ministerium für Gesundheit, Emanzipation, Pflege und Alter des Landes Nordrhein-Westfalen (MGEPA NRW) und die EUROPÄISCHE UNION gefördert.

„Das Projekt orientiert sich am (Arbeits-)Alltag der pflegend Beschäftigten und soll über bisherige Ansätze, die lediglich auf Beratung und Information abzielen, hinausgehen“, erklärt Andreas Born von KCR. „Es geht darum, für die Mitarbeiter in den teilnehmenden Unternehmen ein Netzwerk aufzubauen, durch das Angebote wie zum Beispiel betriebsübergreifende Tagesgruppen, Kurzzeit- oder Urlaubspflegen geschaffen werden können, die kleine und mittlere Unternehmen so alleine nicht stemmen könnten.“ Darüber hinaus sollen auch innovative Produkte wie Smartphone- oder Tabletanwendungen entwickelt und erprobt werden, die den Informationsaustausch und die Kommunikation zwischen Kunden und Anbietern verbessern sollen.

Ziel dieser Dienstleistungen und Produkte ist es, die Arbeitsfähigkeit und Produktivität der pflegend Beschäftigten in in kleinen und mittleren Unternehmen zu erhalten und die Attraktivität dieser Unternehmen als Arbeitgeber auf einem immer heftiger umkämpften Arbeitsmarkt zu steigern.

Da die Pflege von Angehörigen immer noch überwiegend von Frauen wahrgenommen wird, geht das Projekt auch der Frage nach, inwieweit Frauen durch die Pflegebedürftigkeit von Angehörigen am Arbeitsplatz noch benachteiligt werden und mit welchen Maßnahmen man dies beheben kann.

Das „Netzwerk pflegend Beschäftigte“ ist als Beratungs-, Kommunikations- und Dienstleistungsplattform angelegt. Ziel des Projektes ist eine sektorübergreifende Zusammenarbeit der teilnehmenden Unternehmen und Dienstleister aus dem Gesundheits- und Pflegebereich, durch die die Angebote nach Beendigung der Projektlaufzeit im Jahr 2015 selbstständig getragen werden können.

Zu Beginn des Projektes erfolgt eine Bestandsaufnahme zu potenziellen Bedarfen und bisherigen Aktivitäten der Unternehmen. Dazu wurde ein Fragebogen entwickelt. Die Online-Befragung startet am Montag, dem 15. April und läuft bis 26. April.

Die Teilnahme an dem Projekt ist für alle beteiligten Unternehmen kostenlos.

Ansprechpartner: Andreas Born (0209 – 1 67 12 60)